Risiken durch Hitze: So sollten Kunden besondere Werte aktuell schützen

Hitzewellen betreffen längst nicht mehr nur Komfort oder Gesundheit. Sie entwickeln sich zunehmend zu einem ernstzunehmenden Risikofaktor für hochwertige Besitztümer Ihrer Kunden, z.B. für:

  • Kunst
  • Möbel
  • Oldtimer
  • Uhren & Schmuck
Ein Holzthermometer zeigt eine Hitze von fast 40 Grad. Im Hintergrund ist unscharf ein Wald zu sehen und die brennende Sonne

Warum Hitze ein unterschätztes Risiko ist

Hitzeschäden entstehen selten durch Temperatur allein. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus hoher Temperatur, direkter Sonneneinstrahlung oder schnellen Temperaturwechseln. Diese Kombination kann unterschiedlichste Materialien beeinträchtigen – häufig mit zeitlicher Verzögerung.

Typische Auswirkungen:

  • Ausdehnung und Schrumpfung von Holz
  • Rissbildung bei Lacken und Farben
  • Verlust der Haftung bei Klebeverbindungen
  • Austrocknung von Leder
  • Verformung von Kunststoffen
  • Ausbleichen von Textilien

👉 Sensibilisieren Sie Ihre Kunden darauf, dass es sich um schleichende Risiken handelt.

💡 Tipps für Ihre Privatkunden: So sollten Kunst, Schmuck, Oldtimer & mehr vor Hitze geschützt werden

News Fine Art & Collections by Hiscox

Kunst & Gemälde

Gemälde sind sehr empfindlich. Leinwand, Holz, Farbe und Lack reagieren unterschiedlich auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Während einer Hitzewelle steht daher vor allem eines im Mittelpunkt: ein möglichst stabiles Raumklima.

  • Idealerweise sollte die Raumtemperatur konstant bei etwa 18–21 °C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 45–55 % liegen. Ebenso wichtig ist es, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Hier können Vorhänge, UV-Schutzfolien oder Museumsglas wirkungsvoll unterstützen. Auch der Standort spielt eine entscheidende Rolle: Kunstwerke sollten weder über Heizkörpern noch in der Nähe von Klimaanlagen oder aufgeheizten Fenstern hängen. Wenn es draußen wärmer ist als drinnen, empfiehlt es sich für ein konstantes Raumklima, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
  • Regelmäßige Kontrollen von Rahmen, Aufhängung und Rückwand helfen, lose oder beschädigte Teile frühzeitig zu erkennen. 
  • Besonders wichtig ist es, Temperaturschwankungen zu vermeiden. Häufige Standortwechsel zwischen warmen und kühleren Räumen setzen dem Material stärker zu als eine gleichmäßige Wärme. Auf vermeintliche „Abkühlungsmaßnahmen“ wie feuchte Tücher oder Sprays sollte konsequent verzichtet werden, da sie Farbe und Lack beschädigen können. Vorgeschädigte Werke sind während extremer Hitze am besten in einem möglichst konstant temperierten Raum aufgehoben.
News Classic Cars Saisonauftakt

Oldtimer

Oldtimer sind i.d.R. nicht auf die Anforderungen von Hitzewellen ausgelegt. Kühlsysteme arbeiten häufig weniger effizient, Dichtungen reagieren empfindlich, und Materialien wie Leder, Holz oder Chrom sind besonders anfällig für Hitze und UV-Strahlung.

  • Umso wichtiger ist eine vorausschauende Pflege und vorsichtige Nutzung. Fahrzeuge sollten möglichst im Schatten oder in einer Garage abgestellt werden. Ergänzend bieten Sonnenschutz für die Windschutzscheibe sowie Abdeckungen für Armaturenbrett und Lenkrad zusätzlichen Schutz. Vor heißen Tagen empfiehlt sich eine gründliche Prüfung von Kühlmittel, Ölständen und Schläuchen. Auch der Reifendruck sollte kontrolliert werden, da er bei hohen Temperaturen ansteigt.
  • Während Hitzeperioden sollten insbesondere lange Fahrten in der Mittagshitze vermieden werden. Wenn das Fahrzeug sicher abgestellt ist, kann ein leicht geöffnetes Fenster helfen, die Innenraumtemperatur zu regulieren.
  • Warnsignale wie eine ungewöhnlich hohe Motortemperatur, Kühlmittelgeruch oder steigende Temperaturanzeigen im Stau erfordern sofortiges Handeln. In solchen Fällen ist es ratsam, das Fahrzeug anzuhalten und den Motor abkühlen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Vorsorge und Aufmerksamkeit verhindern Schäden oft effektiver als nachträgliche Reparaturen.
Hochwertige Uhren: Versicherungsschutz

Luxus-Taschen und Uhren

Auch hochwertige Accessoires reagieren empfindlich auf Hitze. Materialien wie Leder und Wildleder sowie komplexe Mechaniken können unter hohen Temperaturen leiden.

  • Taschen sollten daher stets vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und weder im Fahrzeug noch an warmen Wänden gelagert werden. Um ihre Form zu bewahren, empfiehlt sich das Ausfüllen mit säurefreiem Papier. Gleichzeitig ist zu beachten, dass sich bei Hitze Klebestellen und Beschichtungen lösen können.
  • Bei Uhren beeinflussen hohe Temperaturen vor allem die Mechanik: Schmieröle werden dünnflüssiger, was die Ganggenauigkeit beeinträchtigen kann. Gleichzeitig dehnen sich Metalle leicht aus, wodurch die Präzision weiter leidet. Auch Dichtungen altern schneller, was die Wasserdichtigkeit reduzieren kann. Hinzu kommt, dass Batterien empfindlich auf Hitze reagieren.
  • Eine kühle, trockene Lagerung – fern von Fensterbänken oder dem Fahrzeuginnenraum – ist daher entscheidend. Nach einer Hitzewelle empfiehlt es sich, gezielt auf Veränderungen wie Geruch, Farbabweichungen, Klebrigkeit oder Verformungen zu achten.
 Alessandro Mendini, Paola Navone, Daniela Puppa, Franco Raggi, Oggetto banale: Caffettiera (Mokkakanne), 1980 Archivio Alessandro Mendini Foto: Quittenbaum Kunstauktionen GmbH, München

Designer-Objekte und Sammlerstücke

Designerobjekte und Sammlerstücke bestehen häufig aus Materialien wie Vinyl, das bei Hitze weich wird und sich dauerhaft verformen kann. Auch Harze und harte Kunststoffe sind zwar robuster, bleiben jedoch ebenfalls hitzeanfällig.

 

Alessandro Mendini, Paola Navone, Daniela Puppa, Franco Raggi, Oggetto banale: Caffettiera (Mokkakanne), 1980
Archivio Alessandro Mendini
Foto: Quittenbaum Kunstauktionen GmbH, München

Dieses Designerstück wurde im Jahr 2025 im Bröhan-Museum in Berlin anlässlich der Ausstellung "Alchimia. Die Revolution des italienischen Designs" gezeigt.

  • Um Schäden zu vermeiden, sollten solche Objekte grundsätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Besonders ungünstig ist die Lagerung hinter Glas in voller Sonne. Ebenso sollten Dachböden, Fahrzeuge oder Fensterbänke als Aufbewahrungsorte vermieden werden.
  • Gerade während ausgeprägter Hitzeperioden gilt: Eine kühle und trockene Lagerung ist einer dekorativen Präsentation klar vorzuziehen.
Elegantes Wohnzimmer mit Kamin, beiger Couch und modernen Lampen, warme Atmosphäre.

Möbel und Einrichtung

Möbel und Einrichtungsgegenstände, insbesondere aus Holz, Furnier, Polsterstoffen oder Materialien wie Epoxidharz und Acryl, reagieren sensibel auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen.

  • Ein stabiles Raumklima ist auch hier entscheidend. Direkte Sonneneinstrahlung sowie die unmittelbare Nähe zu Fenstern sollten möglichst vermieden werden. Vorhänge oder Jalousien können zusätzlichen UV-Schutz bieten. Ebenso ist darauf zu achten, empfindliche Möbel nicht in der Nähe von Wärmequellen zu platzieren.
  • Regelmäßige Sichtprüfungen helfen, erste Anzeichen von Hitzeschäden frühzeitig zu erkennen. Dazu zählen insbesondere Verfärbungen, Risse, Verformungen oder klebrige Oberflächen.
Eine Hand hält ein Smartphone, das eine stilvolle Küche mit eleganten schwarzen und weißen Schränken und hölzernen Barhockern erfasst. Die Szene strahlt Modernität und schickes Design aus.

Smart-Home-Systeme

Auch wenn Hitze selten unmittelbar zu Ausfällen führt, belastet sie elektronische Komponenten spürbar. Router, Hubs und Batterien arbeiten bei hohen Temperaturen oft weniger zuverlässig. Gerade während einer Hitzewelle ist jedoch eine stabile Funktion von Alarm- und Klimasteuerungen besonders wichtig.

  • Eine gute Belüftung rund um technische Geräte ist daher unerlässlich. Zentrale Komponenten sollten weder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt noch in schlecht belüfteten Bereichen wie Dachböden oder geschlossenen Schränken installiert werden.
  • Zusätzlich empfiehlt es sich, schwache Backup-Batterien bereits vor Beginn des Sommers auszutauschen. Regelmäßige Funktionstests von Alarm-, Klima- und Zutrittssystemen sorgen dafür, dass im Ernstfall alles zuverlässig funktioniert.
Junge Frau hält Smartphone in der Hand und lächelt

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